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27.11.2017
Wirtschaftssenator soll Vorwürfe gegen Wirtschaft zurücknehmen
Wirtschaftssenator prangert Unternehmen wegen sinkender Ausbildungsplätze an
Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jörg Kastendiek, erwartet von Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD), seine Kritik an den Unternehmen zurückzunehmen. Günthner hatte der Bremer Wirtschaft vorgeworfen, nicht genügend Ausbildungsplätze geschaffen zu haben. „Unreflektiert und willkürlich die Schuld für rückläufige Ausbildungsplätze  allein anderen in die Schuhe zu schieben, ist das Gegenteil von Verantwortung.
Jörg Kastendiek
Der Wirtschaftssenator macht es sich zu einfach, wenn er glaubt, ein schickes Logo und moderne Neon-Farben reichen aus, um die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zu erhöhen. Nur die schöne Verpackung bereitzustellen, ist zu wenig“, kritisiert der CDU-Abgeordnete. Die Jugendberufsagentur und der Ausbildungspakt seien gute und wichtige Ansätze. Um die Angebote aber auch effektiv zu machen, müssten sie laufend überprüft und optimiert werden. „Zu dieser selbstkritischen Reflexion sollte auch der zuständige Senator in der Lage sein, statt die Unternehmen öffentlich an den Pranger zu stellen“, so Kastendiek. Gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit nicht noch mehr Unternehmen abwanderten, sei dabei der erste Schritt.

Dass die im Ausbildungspakt zwischen Senat und Unternehmen vereinbarte Zahl von Lehrstellen nicht erfüllt worden ist, liegt nach Ansicht des wirtschaftspolitischen Sprechers vor allem an der Bildungspolitik der rot-grünen Regierung:  „Vergleichsstudien haben in den vergangenen Jahren leider immer wieder die nachweislich schlechte Bildungsqualität in Bremen dokumentiert. Diese Ergebnisse sind aber keine abstrakte Zahlen, sondern wirken sich unter anderem in der beruflichen Praxis sehr konkret aus.  Schüler der neunten Klasse liegen in Bremen beispielsweise im Fach Deutsch bis zu drei Schuljahre zurück. Das ist aber nicht die Schuld der Unternehmen und von einem kleinen Handwerksbetrieb kann man schon gar nicht erwarten, dass er diese bildungspolitischen Defizite glattbügelt“, so Kastendiek. Er fordert eine frühe und verstärkte Zusammenarbeit der Schulen mit Unternehmen und eine Profilbildung der Oberschulen auf die duale Ausbildung. Denn: „Die duale Ausbildung ist in den vergangenen Jahren immer unattraktiver gemacht und eine möglichst hohe Abiturientenquote mit  anschließendem Studium als Ideal beworben worden.“  Dabei seien beispielsweise die Verdienstmöglichkeiten im Handwerk sogar besser als bei bestimmten Studiengängen, so Kastendiek abschließend.




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